VCD kritisiert die drastischen Einschnitte auf der Mitte-Deutschland-Verbindung

In genau einer Woche findet der diesjährige Fahrplanwechsel bei der Bahn statt. Nicht alle Änderungen stoßen bei den Fahrgästen auf ein positives Echo, so auch die Kürzungen im Fernverkehr auf der sogenannten Mitte-Deutschland-Verbindung in der Relation Ruhrgebiet – Kassel – Erfurt. In vielen Zeitlagen müssen Fahrgäste längere Fahrzeiten und Umwege mit höheren Preisen in Kauf nehmen müssen.
In einer Woche werden von dem fast durchgehenden Zweistundentakt, nur noch eine tägliche Intercity-Verbindung und eine weitere an Freitagen und Sonn- und Feiertagen übrig bleiben. Eine weitere Verbindung verkehrt dann neu täglich als Intercityexpress aber mit höheren Fahrpreisen. Zusätzlich verkehrt ein neuer Intercityexpress aus Richtung Dortmund über Paderborn und Kassel weiter nach München. VCD-Landesgeschäftsführer Martin Mützel hält diesen Zug allerdings für ein Experiment mit ungewissem Ausgang.
Die durchgehenden Verbindungen auf der Mitte-Deutschland-Verbindung werden sehr rar. In vielen Zeitlagen bleiben den Fahrgästen nur teure Umwege oder langsame Verbindungen mit dem Nahverkehr. Wer beispielsweise von Erfurt ins Ruhrgebiet fahren möchte, bekommt von der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn teilweise Verbindungen mit Umstiegen in Frankfurt (Main) Flughafen oder Fulda und Hannover. Die Fahrzeit verlängert sich trotzdem und die Fahrpreise verdoppeln sich dadurch teilweise.
Wer günstig auf dieser Verbindung reisen möchte, der muss sich entweder auf die wenigen verbliebenen Fernzüge festlegen oder Verbindungen im Nahverkehr mit vielen Umstiegen und über fünf Stunden Fahrzeit nutzen.
Obwohl noch einige Fernzüge erhalten bleiben, kommen auf die Reisenden Fahrpreiserhöhungen zu, so erhöht sich der Fahrpreis in einigen Zeitlagen durch den Einsatz von ICEs, die Reisezeiten verkürzen sich allerdings nicht. Auch bei den ICs ergeben sich versteckte Preiserhöhungen, durch knapper werdende Sparpreise.
Im Nahverkehr werden nur für den westfälischen Raum einige Verbesserungen umgesetzt um die Folgen der Kürzungen abzumildern, so fährt die eurobahn mit einigen Zugpaaren bis Kassel, um die Anbindung an den Fernverkehr in Kassel-Wilhelmshöhe zu verbessern. Aber im Ostabschnitt zwischen Kassel und Erfurt tun sich große Lücken im Fahrplan auf.
von Sven Steinke