NWL kürzt massiv Zahlungen an DB-Regio-Rheinland;

Breuer fordert von Bahnunternehmen pünktliche Züge zwischen Frankfurt, Siegen und Köln
„Die gegenwärtigen Zustände auf dem Umsteigebahnhof Siegen und der Sieg-Strecke von Siegen nach Köln sind absolut unhaltbar. Eine Pünktlichkeitsquote von unter 40 Prozent ist völlig inakzeptabel. Ich erwarte, dass die Bahnunternehmen alle Hebel in Bewegung setzen, um den Fahrgästen aus Köln in Richtung Frankfurt und umgekehrt in Siegen das direkte Umsteigen zu garantieren.“ Das machte Landrat Paul Breuer jetzt deutlich und stellte klar, dass der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, der u. a. vom Zweckverband Personennahverkehr (ZWS) getragen wird, bereits Konsequenzen gezogen hat: „Wir erwarten, dass die Bahnunternehmen die vertraglich vereinbarten Leistungen erbringen. Da dies seit dem Fahrplanwechsel im Dezember nicht geschieht, hat der NWL auf Veranlassung des ZWS die Zahlungen an DB Regio Rheinland massiv gekürzt!“
Breuer, der auch Vorsitzender der Verbandsversammlung des NWL ist, bedauert, dass die DB Regio Rheinland bei der Auftragsvergabe gemachte Zusagen bisher nicht einhält. So sollten auf der Sieg-Strecke E-Talent-Züge eingesetzt werden. Da der Hersteller aber Lieferschwierigkeiten hat, setzt die Bahn derzeit ausschließlich Doppelstockwagen ein. Diese beschleunigen langsamer als E-Talent-Züge, was einen Teil der Verspätungen erklärt. „Ich stelle fest, dass die privaten Bahnbetreiber, die Hessische Landesbahn auf der Strecke nach Frankfurt und ABELIO in Richtung Hagen, die vertraglich vereinbarten Leistungen erbringen, die Deutsche Bahn ist dazu offenbar aber nicht in der Lage“, kritisiert Breuer.
Laut Fahrplan liegen in Siegen gerade mal vier Minuten zwischen der Ankunft des RE 9 aus Köln und der Abfahrt des RE 99 in Richtung Frankfurt. Regelmäßig müssen Fahrgäste erleben, dass ihnen der Anschlusszug vor der Nase wegfährt. „Wir haben nur wenige Stellschrauben, mit denen wir an dieser Situation etwas ändern können“, sagt Günter Padt, Geschäftsführer des ZWS/NWL. Derzeit kommt der RE 9 auf Gleis 54 an, der RE 99 in Richtung Frankfurt fährt ab Gleis 3. Wer mit Gepäck oder Kinderwagen umsteigen will, braucht dafür ein paar Minuten. „Um wenigstens ein oder zwei Minuten herauszuholen, könnte man das ungenutzte grüne Gebäude auf dem Mittelbahnsteig abreißen und so den Bahnsteig 3 verlängern. Dann könnten die Züge aus Köln und nach Frankfurt dort direkt hintereinander stehen, was beim Umsteigen rund zwei Minuten spart“, erläutert Günter Padt. „Zwei wertvolle Minuten“, unterstreicht der Landrat, „wenn man weiß, dass wir hier einen extrem engen Zeitkorridor haben.“ Wer die Kosten für diese Maßnahmen übernehmen könnte, ist noch offen. Der Kreis sieht hier die Bahn in der Pflicht. „Im Vorgriff auf die ohnehin geplante Modernisierung des Siegener Bahnhofs macht es Sinn, wenn DB Station und Service bereits jetzt das fragliche Gebäude beseitigt“, so Breuer.
Alternativ lässt Günter Padt derzeit prüfen, ob es möglich ist, die Züge von Köln und nach Frankfurt am Mittelbahnsteig direkt gegenüber halten zu lassen. „Davon wäre allerdings der Zug nach Hagen betroffen, was neue Probleme mit sich bringt“, so Padt. Dennoch kann er sich hier eine Lösung vorstellen, was ebenfalls ein paar Minuten Zeitgewinn beim Umsteigen bringen würde.
„Es ist für mich kaum nachvollziehbar, dass die Bahn in Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen einen Fahrplan aufstellt, der vom ersten Tag an nicht eingehalten wird. Entweder handelt es sich dabei um Planungsfehler oder die Verkehrsunternehmen haben Zusagen gemacht, von denen ihnen hätte klar sein müssen, dass sie nicht eingehalten werden können. In allen Fällen werden hier Versäumnisse auf dem Rücken der Kunden ausgetragen. Das werde ich nicht akzeptieren. Ich hoffe, dass die Einbehaltung von Zahlungen die Verkehrsunternehmen dazu bringt, ihre Verpflichtungen gegenüber uns als Auftraggeber und den Fahrgästen in der Region ernster zu nehmen und zu erfüllen!“, so Breuer.
Diese Pressemeldung finden Sie auch im Internet unter VCD-Siegen-Wittgenstein-Olpe