Für 5 km eine Fahrradfahrkarte lösen zwischen Bad Laasphe und Wallau

Für 5 km eine Fahrradfahrkarte lösen zwischen Bad Laasphe – Wallau

Zum 1. Mai 2010 Jahres hat die Kurhessenbahn ihr Angebot für den Fahrradtourismus auf dem Lahn-Radwanderweg im oberen Lahntal deutlich erweitert. Zwischen Marburg und Feudingen wird mit zusätzlichen Züge an Sonntagen eine stündliche Fahrmöglichkeit geboten. Darüber hinaus wurde die Platzkapazität durch den Einsatz spezieller Fahrradwagen erhöht. Der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen begrüßt die Attraktivitätssteigerung, verweist aber auf erhebliche Defizite im tariflichen Bereich. Dort, wo bei Wallau im Gebüsch immer noch die großherzoglich-hessischen Grenzsteine stehen, endet der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Hinter der Landesgrenze in Wittgenstein gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd (VGWS). Einen RMV-Übergangstarif gibt es nur zwischen Buchenau und Bad Laasphe. Dies hat zur Folge, dass bei grenzüberschreitenden Fahrten bis Feudingen oder Marburg ein durchgehender DB-Fahrschein mit Fahrradkarte gelöst werden muss. Alternativ kann man für den Abschnitt Marburg – Wallau einen RMV-Fahrschein, für das Reststück bis Feudingen ein DB-Ticket lösen. Dies führt dazu, dass eine grenzüberschreitende Fahrt mit Fahrrad richtig teuer wird. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 15 Jahren ergeben sich für die einfache Fahrt von Marburg nach Feudingen folgende Preise: DB-Tarif: 2 x DB-Fahrkarte je 10,30 € (Kinder bis 14 Jahre fahren bei den Eltern umsonst mit) und 4 x Fahrradkarte DB Nahverkehr zu je 4,50 € ergibt einen Gesamtpreis von 38,60 €. Alternativ RMV-Tarif bis Wallau, anschließend DB-Tarif bis Feudingen: 2 x RMV-Einzelfahrkarte Erwachsene je 3,70 €, 2 Kinder je 2,20 €, 2 x DB-Fahrkarte 3,10 € (Wallau – Feudingen) und 4 x Fahrradkarte DB-Nahverkehr je 4,50 € ergibt einen Gesamtpreis von 36 €. Da die RMV-Automaten nur Fahrscheine bis Wallau, bzw. im Bereich des Übergangstarifs bis Bad Laasphe ausgeben und in den Zügen der Kurhessenbahn ein Fahrscheinkauf nicht möglich ist, könnte allenfalls beim kurzen Zwischenstop in Laasphe ein Anschlussfahrschein gelöst werden, so dass immer wieder Fahrgäste unfreiwillig zu Schwarzfahrern werden. „Insgesamt sind die tariflichen Bedingungen unattraktiv und für Laien kaum zu durchschauen, so Peter Stephan, vom Arbeitskreis Schienenverkehr, der die Tarife analysiert hat, „Es ist zu befürchten, dass die Höhe der Preise und deren Kompliziertheit viele potenzielle Kunden abschreckt und das gute Angebot der Kurhessenbahn deshalb nicht im möglichen Umfang genutzt wird.“